Reisen mit Hund

 

              

          Vorbeugende Maßnahmen gegen Parasiten Zecken

Neben den direkten Schadwirkungen und den Krankheiten, die auch in Mitteleuropa übertragen werden (Borrelioese, FSME)  können Zecken  in manchen südlichen Ländern zusätzlich gefährliche Parasiten übertragen. Insbesondere folgende Prasitosen sind von Bedeutung:Babasiose(Piroplasmose)Ehrlichiose (Rickettsiose)

Nur durch vorbeugende Zeckenbekämpfung sind diese schweren  Krankheiten zu vermeiden !

Wie erkenne ich die Babesiose
Babesien sind Einzeller, die durch Dermacentor reticulatus und Rhipicephalus sanguineus übertragen werden. Sie befallen und Zerstören die roten Blutkörperchen. Daher wird bei der Babesiose als häufigstes Symptom Blutarmut festgestellt. Weitere Symptome können hohes Fieber, roter oder grünlicher Urin oder gelbsucht sein.Wie erkenne ich die Ehrlichiose ?


Ehrlichien (Rickettsien) 

sind Erreger, die in den sogennten Monozyten (Eine  Sorte der weißen Blutkörperchen)  leben. Sie werden durch Rhipicephalus sanguineus oder auch IxodesArten übertragen. Akut erkrankte Tiere können unter hohem Fieber, Apathie, Fressunlust, Lymphknotenschwellungen und Blutungen leiden, chronisch Erkrankte magern ab und haben größere Blutungsneigung.


Sandmücke (Schmetterlingsmücken)

Die Sandfliege überträgt bei Mensch und Hund die Leishmaniose, eine sehr  ernste Parasiteninfektion. Deshalb ist es wichtig, bei Reisen in die betroffenen Länder Hunde gegen Sandfliegen zu schützen, weil dies die einzige brauchbare Lösung zur Verhinderung einer Leishmaniose ist.

Die Sandfliege tritt besonders in Lateinamerika, und in allen mediterranen Ländern auf. Zu letzteren gehören Portugal Frankreich Spanien Italien Malta Griechenland Türkei Israel Ägypten Lybien Tunesien Algerien Marokko Wie kann ich eine Sandmücke erkennen und wo lebt sie?

Sandmücken sind kleine (2,5 - 3 mm lang), haarige, zweibeflügelte Insekten, die, unüblich bei Insekten, nicht summen. Ihre Farbe reicht von strohfarben bis dunkelbraun. Wenn sie stechen wollen, hüpfen sie mit ausgebreiteten Flügeln  über den Körper des Hundes. Sie stechen sowohl Menschen als auch Hunde und einige gegen ihre Stiche sensibilisierte Individuen bekommen schwere juckende Reaktionen . Sandmücken sind tagsüber nicht zu sehen, da sie in Ritzen und Spalten ruhen. Die Mücken, die die Hundeleishmaniose übertragen, leben nicht an Stränden, sind aber im  allgemeinen reichlich in ländlichen Gegenden oder in bewaldeten Flächen von Städten, wie Garten oder Parks, zu finden. Eine Woche nach Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern.
Es existieren vier Larvenstadien, bevor die Puppe bzw. der Kokon gebildet wird. Zehn Tage später schlüpfen die erwachsenen Tiere. Bis hierhin dauert der gesamte Entwicklungszyklus, beginnend mit der Eiablage, ungefähr 2 Monate. In den mediterranen Ländern beginnt die Sandmückensaison im Mai und endet im September bis Oktober. Die letzte Sandmückengeneration überwintert im vierten Larvenstadium.

Beide Geschlecher ernähren sich von Zucker aus Pflanzen oder von Blattlaus-Honigtau. Im Gegensatz zu Männchen  ernähren sich die Weibchen auch von Blut. Innerhalb einer Woche nach einer Blutmahlzeit legen die Weibchen dann um die 100 Eier in feuchten, mit organischen Stoffen angereicherten  Boden.

Der  Aktivitätszyklus der Sandmücken beginnt kurz nach Sonnenuntergang und dauert bis zum Morgengrauen an. Mediterrane Sandmücken mögen warme  Nächte ( über 16 Grad C) und können aufgrund ihrer Winzigkeit nicht bei starkem Wind fliegen. Trotzdem können sie lange Distanzen zurücklegen, sogar mehr als 2 km. Sie stechen meistens im Freien, obgleich sie auch ziemlich häufig in Wohnräumen anzutreffen sind. Sie finden eine Blutmahlzeit, indem sie ein Tier in Windrichtung wittern, dann gegen den Wind fliegen, um sich schließlich auf dem Wirt niederzulassen und zu stechen.Wie kann ich  meinen Hund schützen ?

 Lassen Sie Ihren Hund zwischen Mai und Oktober von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen im Haus. Achten Sie auf mögliche klinische Symptome. Haben Sie den Verdacht, daß Ihr Hund infiziert wurde, so lassen sie von Ihrem Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen . Die Behandlung ist um so erfolgreicher, je früher man damit beginnt. Falls Sie in eine der genannten Regionen verreisen, fragen Sie Ihren Tierarzt einige Wochen vor Reiseantritt nach einem effektiven Schutz gegen die Schmetterlingsmücken.

 Herzwurm(Dirofilariose)
 
Erreger der Herzwurmkrankheit ist Dirofilaria immitis, eine Filarienart. Er ist obligat zweiwirtig. Stechmücken übertragen die Mikrofilarien (die Vermehrungsform). Daraus entwickeln sich Hund die adulten Herzwürmer.  Diese Herzwürmer finden sich in großer Zahl im rechten Herzen, der grossen Lungenaterie, der grossen Hohlvene und gelegentlich in anderen Organen. Sie sind 1mm dick und 20-30 cm lang. Das Erregerreservoir bilden latent infizierte Hunde. Das Vorkommen der Krankheit wird durch die Verbreitung der Stechmücken bestimmt. Das größte Infektionsrisiko haben in Europa die Mittelmeerländer.
Die Ausprägung der Symptome ist von Anzahl und Lokalisation der Makrofilarien abhängig. Die Patienten ermüden schnell und zeigen das Bild einer Herzkrankheit: Atemnot, Husten, Herzrasen, Herzerweiterung, Leberstauung, Bauchwassersucht, Wasser in den Beinen. Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen. Es ist zu beachten dass diese Untersuchung erst 6-7 Monate nach der Infektion aussagefähig ist, wenn die adulten Herzwürmer geschlechtsreif geworden sind. Die medikamentöse Therapie ist in der Wirkung unzureichend bei massiven Nebenwirkungen.
Das Abtöten adulter Herzwürmer ist zudem sehr riskant wegen der Gefahr einer Thrombose. Für massive Fälle bleibt dann nur noch die offene Herzchirurgie mit mechanischer Entfernung der Würmer. Risiko und Kosten sind hoch. Zur Prophylaxe hält Ihr Tierarzt  geeignete Medikamente vorrätig. Die erste Anwendung erfolgt spätestens eine Woche vor Urlaubsbeginn. Dann 1x alle 4 Wochen  bis 2 Monate nach Urlaubsende.